„Erkenne die geistigen Zustände, welche das Bewusstsein füllen. Wandle unheilsame in heilsame um“.
(Jack Kornfield, Psychologe, USA)

Psychotherapie

Der greifende Geist

Wenn das Leben ein Fluss ist, dann ist die Flut der Gedanken ein reißender Strom. Der Geist produziert ständig Gedanken, denn das ist seine Aufgabe. Er kommentiert und bewertet, kategorisiert und analysiert alle Wahr-nehmungen und Erfahrungen – die der äußeren und die der inneren Welt. Dies ist eine ebenso überlebensnotwendige Funktion wie die Ausbildung eines Egos – ja, ohne die Macht des Geistes, ist die Entwicklung der Vorstellung von einem Selbst schlicht nicht möglich.

Der Geist ist aber auch ein Geschichtenerzähler. Und seine vermeintlichen Wahrheiten bezieht er aus einer Vielzahl von Quellen – als da unter anderem sind die Definitionen, Wertungen, Normierungen und Beurteilungen von Weltbildprägern wie Familie und Freunde, Gesellschaft und Kulturkreis.

Kraft unserer Gedanken erschaffen wir in jeder Sekunde unseres Daseins unsere ganz persönlichen Begrenzungen, Bewertungen, Entschuldigungen, Vermeidungs- und Verteidigungsstrategien – und damit falsche Sicherheiten.

Dies kommt besonders dann zum Tragen, wenn das Leben Fahrt aufnimmt und die Situation traumatisch, problematisch, konfliktbeladen und belastend wird.

Der Geist wird dann oftmals zum „Greifer“ und verstrickt sich in Szenarien von Leid, Schmerz, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Mangel, Verlust und Resignation, die einen nachhaltigen und negativen Einfluss auf unser weiteres Leben haben können.

 

Verstrickungen lösen

Der chinesische Philosoph Konfuzius vermittelte mit seiner Lehre des „So-ist-es“, eine sehr pragmatische Sicht auf eine Welt, die nun einmal da ist, die so ist wie sie ist und in der gelebt werden muss. Dies erfordert nicht nur eine gewisse Anpassungsbereitschaft und Flexibilität, sondern auch ein ausreichendes Maß an Resilienz. Resilienz ist eine psychische Widerstandsfähigkeit, mit der Problemstellungen bewältigt und als Anlass für Entwicklung genutzt werden können.

Jeder Mensch wird sich wenigstens einmal in seinem Leben in einer Krise wiederfinden, weil selbiges nun einmal nicht gradlinig und ideal verläuft. In jeder Biographie finden sich Brüche – ob in der frühen Kindheit oder zu einem späteren Zeitpunkt. Wir alle erleben Trauma, werden Opfer, erleiden Verluste.

Verstrickung bedeutet, das bewusste oder unbewusste Verharren in ungesunden geistigen und emotionalen Zuständen. Prozesse, die aufgrund von Überforderung nicht vollendet werden konnten, laufen wie in einer Endlosschleife immer wieder ab. Ein belastendes Ereignis, im Hier und Jetzt gehalten, wird zur beherrschenden Kraft.

Die Herausforderungen des Daseins auf eine gesunde Art und Weise verarbeiten zu können bedeutet, das Geschehene zu verstehen, es zu akzeptieren und anschließend zu integrieren. Es bedeutet auch, dass der Mensch in der Lage ist, gut mit seinen belastenden Emotionen umzugehen, sie aufmerksam zu begleiten ohne sich von ihnen mitreißen zu lassen oder sie zu unterdrücken.

 

Verfahren

Gesprächstherapie (Rogers)

Durch wertschätzende und empathische Unterstützung werden unterdrückte Wachstums- und Entwicklungsprozesse erforscht.  Fehlanpassungen können so der Selbstverwirklichung weichen und Heilungsprozesse im psychischen und psychosomatischen Bereich ermöglichen. 

Gestalttherapie (Perls und Goodman)

Begreift psychische Störungen und ihre körperliche Manifestation als eine Folge von gehemmten Wachstums- und Reifeprozessen sowie daraus resultierenden Vermeidungshaltungen. Kreative und spielerische Methoden fördern Eigenverantwortung und Selbstwahrnehmung und damit die Wiederherstellung der Eigenregulation des Organismus.

Imaginationsarbeit (diverse)

Durch Schulung seiner Imagination wird der Patient in die Lage versetzt, die Symbolik seiner Psyche zu erleben und zu verstehen und somit Blockaden, Verhaltensmuster, Glaubenssätze und falsche innere Bindungen aufzulösen. Beispielhaft sind hierfür die Arbeit mit inneren Kindern sowie die Phyllis Krystal Methode.

Focusing (Gendlin)

Über das aufmerksame Beobachten von Problemsituation und damit verbundenem Körpererleben kann eine Veränderung im Erleben und der Erlebnistiefe erreicht werden.

Somatic Experiencing (Levine)

Ein vom Therapeuten geleiteter Dialog zwischen zuvor aufgebauter Ressource und Traumaereignis, ermöglicht eine langsame und achtsame Bewusstwerdung, die unmittelbare regulierende Auswirkungen auf Emotionen und Nervensystem und damit auf den gesamten Körper hat.

Initiatische Selbsterfahrung für Frauen

Gruppenarbeit mit jährlich wechselnden Inhalten: Tanz, Gesang, Mediation, Malerei, Holzobjekte, Imaginationsarbeit, Masken, Arbeit in der Natur, Zeremonialarbeit, Trance u.v.m.