"Es gibt nichts Wunderbareres, als den Schädel eines Säuglings. Wenn die Schädelknochen in ihre natürliche Position zurückgehen,  gleicht dieser Prozess der Entfaltung der Blütenblätter einer Rose."
(W.G. Sutherland, Osteopath)

Kinder und Säuglinge

Osteopathie für Kinder

Die CranioSacrale Therapie (Cranium = Schädel, Sacrum = Kreuzbein) ist aus der klassischen Osteopathie entstanden und vermutlich die sanfteste Methode der Körperarbeit. Sie hat einen Einfluss auf alle Bereiche des Organismus und ermöglicht eine Behandlung aller Gewebe – ob fest wie ein Knochen, sensibel wie das Nervengewebe oder flüssig wie das Blut.

So erklären sich auch die zahlreichen Indikationen und die Möglichkeit, selbst schwerkranke und verletzte Patienten risikoarm zu behandeln.

Eine besondere Bedeutung hat diese tiefgreifende Methode außerdem bei der Therapie von Kindern und Säuglingen, da ein Geburtstrauma oftmals der Auslöser von Entwicklungsstörungen, Fehlstellungen und Verhaltensauffälligkeiten sein kann.

Die Geburt ist das erste und wichtigste Trauma des Lebens, der Weg durch den Geburtskanal ein zentraler Prozess für die weitere körperliche und geistige Entwicklung. Rotations- und Kompressionskräfte aktivieren eine Vielzahl von Zündprozessen im Nervensystem. Das Fruchtwasser wird aus den Lungen gedrückt und das Kind erfährt zum ersten Mal in seinem Leben was es bedeutet, sich durchzubeißen, aus eigener Kraft seinen Weg gegen alle Widerstände zu gehen.  

Die Geburt hat einen großen Einfluss darauf, wie wir auf unserem weiteren Lebensweg Herausforderungen und schwierigen Situationen begegnen.


Trauma als Ursache für Entwicklungsstörungen?

Lange schwierige oder zu schnelle Geburten, zu viel Kompression im Geburtskanal, fehlende Kompression und fehlende Wehen beim Kaiserschnitt und andere noch viel schwerwiegendere Komplikationen, können diesen lebensnotwendigen Prozess, zu einem für den Körper nur schwer zu regulierenden Trauma machen. Er verharrt in einem Schockzustand, der von außen nicht unbedingt sofort erkennbar ist. Die Unfähigkeit zur Eigenregulation wird noch verstärkt, wenn der Säugling in ein schwieriges Umfeld oder ungünstige Lebensumstände hineingeboren wird.

Meist zeigen traumatisierte Kinder nach schwierigen Geburten recht schnell Verhaltensauffälligkeiten: häufiges Schreien, Schlafstörungen, Trink- und Bewegungsfaulheit, Vorzugshaltungen, motorische Störungen sowie starke Hautreaktionen (= Stress) können erste Anzeichen sein.

Das Trauma gilt als bestätigt, wenn das Kind zu früh geboren wurde, im Brutkasten gelegen hat, wiederbelebt oder notoperiert werden musste. Auch die Trennung von der Mutter (sei es durch Narkose oder tatsächlich räumlich) wird als traumatisch definiert.

Oftmals machen sich aber erst später Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensstörungen bemerkbar:  Motorik, Sprache, Schriftbild, Lernverhalten, Sauberwerden, soziale und emotionale Reife, Verhalten in Stresssituationen aber auch Wirbelsäule, Kiefer, Augen und Immunsystem können durch ein noch im System befindliches Trauma in Mitleidenschaft gezogen werden.


Behandlung

Normalerweise sollte der kindliche Organismus in der Lage sein, das Geburtstrauma zu kompensieren und vollständig aus dem Körper zu entlassen. Daher gibt man dem Kind nach der Geburt erst einmal Zeit, das Trauma alleine zu bewältigen. Diese Wartezeit beträgt im Normalfall etwa 6-8 Wochen.

Handelt es sich jedoch um ein gesichertes Geburtstrauma mit eindeutigen Anzeichen, wird unmittelbar und so schnell wie möglich behandelt.

Die osteopathische Therapie von Kindern setzt ihren Schwerpunkt auf die Behandlung des vegetativen Nervensystems (Sympatikus, Parasympatikus), des Zentralnervensystems (Gehirn, Rückenmark), des Schädels, Des enterischen Nervensystems der inneren Organe, der Wirbelsäule und des Bauchnabels. Hierbei werden Zündprozesse im Nervensystem aktiviert, der Körper zur Entladung von Stress und Trauma animiert sowie strukturelle Blockaden gelöst. Durch das Arbeiten mit den embryonalen Kräften und auf dem Flüssigkeitsfeld des Körpers, können Medikamente und Narkosemittel ausgeschieden und das System wieder in einen normalen ressourcierten Zustand gebracht werden.

Behandelt wird im Abstand von etwa vier Wochen. Je nach Verlauf und Schweregrad, sind ein- bis drei Behandlungen nötig, um eine Regulierung zu erreichen. Unterstützend wird dann in größeren Abständen oder bei erneut auftretenden Symptomen nachbehandelt.